Siebter Meistertitel für das Nessi Team / Erster Titel der schnellsten Yacht

Siebter Meistertitel für das Nessi Team / Erster Titel der schnellsten Yacht

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Am 10.September 2016 wurde die  letzte Regatta der Vierwaldstättersee Meisterschaft ausgetragen-
Die Ausgangslage für das Black Nessi Team war ausgezeichnet, da in der Racer 1 Klasse, der Sieg schon vor dem letzten Rennen gesichert war.

Die letzte Regatta der Saison – schnellste Yacht
Aber es gibt noch die Wertung der schnellsten Yacht nach gesegelter Zeit. Da der Titelverteidiger und Dominator der letzten Jahre, Andreas Zimmerli mit seiner Quant30 „Segelwert“, einen technischen Ausfall am Uristier Cup erlitt, hatte das Nessi Team die Chance, den Titel zum ersten Mal zu gewinnen.
Zuerst musste aber in der letzten Regatta der Saison der Start gelingen. Unser Gegner, die Quant30 positionierte sich neben uns mit der Absicht,  die Black Nessi in einen Frühstart zu drängen. Es war uns möglich, die gefährliche Situation zu neutralisieren und mit einem guten Start wurde das Rennen eröffnet.
Der Wind war sehr schwach. Wie schon an der 50 Meilen Trophy musste die Route sorgfältig dem Wind angepasst werden. Ein Boot, welches sich in einen windlosen Bereich manövrierte, war verloren. Bei der Wendeboje fand sich das grosse Feld von etwa 40 Yachten dann auch wieder zusammen. Der Rückweg ins Ziel zeichnete sich als ebenso schwierig ab. Verschiedene Führungswechsel waren im 5 Minuten Takt angesagt.
Wir wählten eine konservative Taktik und entfernten uns nie zu weit von unseren Gegnern.
Nach 3 Stunden und 15 Minuten erreichten wir das Ziel an 4. Position nach gesegelter Zeit, Die Quant30 "Segelwert" gewann das Rennen. Der 4. Platz reichte uns für den Sieg in der Jahreswertung „schnellste Yacht“.
In der Handicap Klasse "Racer 1" erreichten  wir den 2. Platz hinter der schnellen Longtze vom Team Hasler.

Vielen Dank an mein Team und alle Sponsoren und Unterstützer wie auch die Organisatoren und Helfer der Saison 2016.

Die Abschlussparty mit der Pokalübergabe findet am 22.Oktober im Waldstätterhof Brunnen statt.


Taktik - Rating - Technik
Wir sind nun in der 4.ten Saison und kennen das Boot mittlerweile besser. Unser Aufwand für den Erfolg war enorm. Beim Segeln nach Handicap schauten wir im Vorfeld der Saison auf jeden Faktor bezüglich seinen  Optiminierungsmöglichkeiten an.
Diese Saison fokusierten wir uns aus taktischen Gründen auf den Uri-Stier.  Da die Anzahl Regatten für den Cup auf fünf reduziert wurde, entschieden wir uns auf eine Leichwindgenua (Code 1) zu verzichten. Dieser Verzicht hatte grossen Einfluss auf das Rating. Damit waren wir aber für Leichtwind-Regatten nicht mehr so stark wie mit der Code1. Das Fehlen der Code1 versuchten wir mit dem Gewicht etwas zu kompensieren, indem wir die Crew für diese Regatten auf drei bis vier Mann reduzierten.  Dank der leichten Regenbekleidung von Skinfit konnten wir auch die alten schweren Ölzeuge zu Hause im Keller lassen, und wurden trotzdem nicht Nass :-)

Die Crew
Das Teamwork innerhalb der Crew ist einer der wichtigsten Bausteine. Die Segel müssen permanent, schnell und gut nachgetrimmt werden. Dies ist nur mit einer Mannschaft möglich, welche gemeinsam trainiert, das Boot gut kennt und den Drang hat, Abläufe immer weiter zu optimieren.
Vorbereitung
Das Boot wurde vor jeder Regatta ausgewassert und das Unterwasser gereinigt.Die robusten Segelschulsegel wurden jeweils abgeschlagen und durch leichte Regattasegel von Elvstroem ersetzt. In der Vorbereitungsphase haben wir Wetter und Windanalysen erstellt. Für die 50 Meilen Trophy inspizierten wir am Vortag den See und stellten eine Windkarte zusammen.

Trainings
Die beiden Trainings mit Kasper Schadegg (4 Mal Weltmeister und amtierenden Europameister der 6er Klasse) und Eric Monnin (Bester Schweizer Segler und Platu25 Weltmeister 2016) haben uns viel gelernt. Mit vielen kleinen Optimierungen bei den Manövern konnten wir die Bootsgeschwindigkeit weiter optimieren.

Segel
Die Segel bilden den Motor der Yacht. Mit Andreas Hanakamp (2 Mal Olympia und Volvo Ocean Race Skipper) haben wir den Idealen Mann gefunden, der uns als Segelberater von der Firma Elvström zur Seite stand. So wurden verschiedene Designs versucht und gerechnet bis wir ein optimales Segel fanden, welches  schnell ist und aber im Rating nicht zuviel bestraft. Auch die Segellatten haben wir optimiert und angepasst.

Rumpf / Kiel
Beim Rumpf mussten wir viel investieren. Die neue Kielfinne wurde mit einem Trimm-Tab an der Achterkante ausgestattet. Die Steuerung haben wir in Zusammenarbeit mit der Berner Fachhochschule entwickelt. Der neue Kiel wurde nun perfekt in den Rumpf eingepasst. Das Profil der neuen Bombe ist optimiert. Die nun etwas längere, aber schlankere Form  hydrodynamisch optimaler.

Mast
Um die Härte des Riggs auf die momentanen Windverhältnisse anpassen zu können, befindet sich unter dem Mast eine Hydraulik. Damit war damit möglich, während dem Segeln die Riggeinstellung zu ändern.

Elektronik
Wichtig ist wen man keine Einheitsklasse segelt mit dem Boot, dass man die Daten elektronisch speichert und auch auswertet. Mit den ausgewerteten Daten passen wir das Polardiagramm an,  über die  Iregatta App wissen wir dann immer bei der Regatta was der Optimale Speed und Winkel sein sollte. Die ganzen Bootsdaten (NMEA) werden mit einem Wlan auf das Ipad/Iphone übertragen und grafisch dargestellt.

Und die vielen Details ...
Unzählige kleine Anpassungen führten zu weiteren Optimierung. Das Fockfall haben wir nun mehrfach untersetzt, so dass wir es jeder Zeit ohne Winsch einstellen können. Das Grossfall wurde auf 2:1 umgebaut.  Zwei Achterstage wurden montiert. Damit konnten wir nun mehr Zug auf das Vorstag generieren, was wieder mehr Höhe bedeutete. Eine neue Rollanlage für die Fock erleichterte das schnelle Wegrollen am Luv-Fass. Der Bugsprit erhielt eine Abspannung, so dass er unter Code 1 oder Genacker weniger federt und damit weniger Druck verliert. Die Fockschienen haben wir quer eingebaut um dem  Holepunkt mehr Freiheitsgrade zu geben. Damit der Trimmer und der Steuermann bei grosser Krängung auf ihrer Position bleiben, wurden für sie neue Fussstützen montiert.
An einem Boot gibt’s immer was zu optimieren und verbessern…. So haben wir auch schon Ideen für 2017….


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